Mitte Mai war ich mit der Uni fertig und konnte endlich mit meinen geplanten Touren angefangen. Um ehrlich zu sein hatte ‘ne Freundin den Trip durchgeplant und ich habe mich einfach nur angeschlossen. Die Wettervorgersage kündigte Regen und frische 5°C an, also musste noch ein Pulli mehr mit in den Rucksack.
Dienstag, 25.Mai_Trondheim – Geiranger
Zu dritt ging es morgens mit unserem gemieteten “rent-a-wrack” wieder Richtung Süden, dann in den Westen und übers Gebirge, an zugefrorenen Seen vorbei und einer 3 Meter Schneewand an der Straße entlang zum Geirangerfjord.

Bevor ich’s vergesse: natürlich auch an den großen Reisebussen voller Japaner, Koreaner und Inder die sich die engen Serpentinen entlangschlängelten.
Die Aussicht war der Wahnsinn, trotz bewölktem Himmel.
Geiranger ist als Dorf absolut langweilig und touristisch, das einzige was nett ist sind die paar Campingplätze mit Hütten. Wir hatten Glück und haben zu einem Preis außerhalb der Saison ein Upgrade bekommen und hatte eine Hütte mit Wohnzimmer, Bad, Küche und 2 seperaten Schlafzimmern. Luxus pur!!!
Sportlich wie ich bin
sind wir um 17:00 Wandern gegangen, denn richtig dunkel sollte es eh erst sehr spät werden. Das Ziel war ein Fels 540m über dem Fjord.
Der Aufstieg war am Anfang die absolute Hölle, aber irgendwann habe ich mich damit abgefunden und nach einer halben Stunde hatte ich Spaß daran. Das war auch besser so, dann die ganze Wanderung dauerte 3 Stunden.
Oben angekommen war der Aussichtspunkt natürlich überhaupt nicht zu finden, Norweger beschildern nämlich sehr sparsam. Irgendwann standen wir doch drauf, unter uns ein Abgrund und um uns herum eine Aussicht die ruhig etwas spektakulärer hätte sein können. Zumindest dafür dass ich da 1 1/2 Stunden raufgelaufen bin. Ansonsten war es toll
Naja, fast. Es war ..schkalt und windig da oben!!! Aber sowas von!!!!!!!
Mittwoch, 26.Mai_Geiranger – Ålesund
Am nächste Morgen mussten wir unsere tolle Hütte verlassen und sind mit unseren Wagen (der es erstaunlicher weise schaffte) nochmal aus dem Dorf raus und zum Aussichtspunkt gefahren. Das lohnte sich etwas mehr und die Wettervorhersage stimmte zum Glück mal wieder nicht! D.h. wir standen im Sonnenschein.
Zurück im Dorf vertrieben wir uns noch eine halbe Stunde in den schlimmsten Touriläden voller Trolle, Fingerhüte, Teller, Messer, Wikingerhelme und anderem Zeug (dabei hatte ich mir vor Jahren nach Dublin versprochen nie wieder in einen Touriladen zu gehen! Das war mindestens genauso schlimm. Kobolde!!!!!) Die berühmte Bootstour durch den Fjord haben wir ganz schlau direkt zum Transport genutzt und sind mit der Fähre nach Hellesylt gefahren, um unsere Tour fortzusetzen.
Der zweite Campingplatz zwischen Ålesund und Molde war eher bescheiden eingerichtet, aber wie immer hat sich bestätigt, dass nett fragen hilft, so dass wir sogar Töpfe und Teller bekommen haben (die normalerweise IMMER in einer Hütte sind). Es ging nach Alesund an der Atlantikküste, das sich dadurch auszeichnet dass es einen Jugendstil-Stadtkern hat, für Norwegen ganz außergewöhnlich. Es war… nett. Das trifft es ganz gut.
Für einen Mitteleuropäer nichts besonders aber dennoch ganz schön und n wenig zu kalt, trotz Sonne. Nachmittags sind wir in den Stadtpark gegangen und auch den städtischen Berg “gewandert”, über Treppenstufen. Dafür war die Aussicht ganz schön. Und warm war’s dann auch endlich.
Danach ging es noch kurz ans Meer. Dort hatte sich die Sache mit der Wärme dann auch wieder erledigt.

Donnerstag, 27.Mai_Molde – Kristiansund – Trondheim
Der nächste Morgen fing sehr früh an. Taktisch klug wurde mir beim Aufstehen einfach nicht gesagt wie spät es ist und ich habe auch nicht danach gefragt. Im Auto stellte ich fest dass es viiiiiieeeeeel zu früh war, aber da war es ja auch schon zu spät um sich zu beschweren. Außerdem hatten wir an dem Tag noch ein gutes Stück vor uns. Am frühen Vormittag kamen wir in Molde an und machten uns wieder auf eine Wanderung auf den “Stadtberg”, der diesmal wirklich ein Berg war.
Anscheinend sollte man vom Gipfel einen Blick über den Fjord und 87 Berggipfel haben. Der Reiseführer hatte nicht gelogen: Die tolle Aussicht gab es wirklich!
Eher schlecht als recht habe ich versucht ein Panoramabild zu erstellen. Man kann zumindest die Gipfel sehen
Um 13:00 verließen wir Molde und fuhren Richtung Norden. Darauf hatte ich mich besonders gefreut, denn die Fotos die ich im Internet gesehen habe waren großartig: Die Atlantikstraße!!!
Eine Straße über kleine Inseln und Brücken, die das Festland einfacher mit Kristiansund verbinden (zusätzlich zu dem Unterwassertunnel vor der Stadt, der viel zu viel Geld kostet und wie eine Fähre pro Auto und Mitreisenden abgerechnet wird. Unverschämt !!!). Ich saß also vorne und freute mich wie eine vierjährige auf das was jetzt kommen würde, aber irgendwie kam….nichts.
Ist ja auch klar, wie will man was tolles sehen wenn man nur ein paar Meter über dem Wasser ist, zwischendrin eine mittelgroße Brücke hat, links das Meer ist und rechts aber überall Land? Keine Chance! Bevor es richtig losging haben wir aber nochmal gehalten und Bilder gemacht, denn die Aussicht auf das Meer war schon richtig schön.
Auch deswegen, weil es in Norwegen selten vorkommt dass man an einem zugänglichen Ort ist der vollständige Sicht auf das offene Meer bietet, ohne unzählige Schären davor.
Kristiansund war schlicht und einfach total langweilig, bis auf eine moderne Kirche die gar nicht wie eine Kirche aussah und geschlossen war und das tolle Cafe in dem wir saßen, im alten Teil der Stadt.
Zugegeben, die Stadt ist wirklich winzig. … aber das ist Monschau ja auch…..und dennoch schön.
Nach drei Tagen Reisen und Wandern waren wir schon etwas fertig und nach Kristiansund, unserer letzten Station, wollten wir einfach “schnell” zurück nach Trondheim.
Irgendwann am späten Abend, gegen 21:00 vielleicht, fuhr ich unser “Wrack” auf den Moholt Parkplatz und bin kurz darauf todmüde ins Bett gefallen.














